Bei manchen Fachärzten müssen Kassenpatienten dreimal länger auf einen Untersuchungstermin warten als Privatpatienten. Das hat jetzt eine veröffentlichte Studie des Instituts für Gesundheitsökonomie und klinische Epidemiologie an der Universität Köln ergeben. Die Forscher hatten in 189 Arztpraxen im Raum Köln, Bonn und Leverkusen angerufen. Die Terminwünsche bezogen sich auf Untersuchungen wie Magenspiegelung, Allergie- oder Hörtest.Allerdings hat ein Patient durchaus die Möglichkeit, etwas gegen ausgedehnte Vorlaufzeiten zu unternehmen. Wacht er beispielsweise morgens mit drückenden Magenschmerzen und Sodbrennen auf, kann er beim Hausarzt auf einen schnellen Termin drängen. Dabei ist es häufig hilfreich, ganz konkret die Symptome zu schildern und deutlich zu sagen, dass die Probleme akut sind. Hat der Mediziner bei einer ersten Untersuchung dann das Gefühl, die Beschwerden des Patienten könnten einen ernsteren Hintergrund haben, kann er selber beim Facharzt anrufen und auf die Dringlichkeit weiterer Untersuchungen hinweisen. Dadurch kann die Wartezeit verkürzt werden.Versucht man selbst, einen Termin beim Facharzt zu vereinbaren, hilft auch in diesem Fall häufig ein Hinweis auf die akuten Beschwerden. Grundsätzlich trägt ein vernünftiger Umgang mit den Medizinern und den Praxisangestellten zu einer reibungslosen Terminvereinbarung bei und hilft meist mehr als eine Beschwerde. Nutzt das nichts und hat der Patient das Gefühl, er wird ungerechtfertigt zu lange vertröstet, kann er sich an seine Krankenkasse wenden und in der Geschäftsstelle anrufen. Beispielsweise bei der DAK oder der Barmer kümmern sich die Mitarbeiter dann nach eigener Aussage umgehend um den Fall. Entweder gehen sie direkt auf den Arzt zu, um vielleicht doch noch einen früheren Termin zu erwirken. Oder sie nennen dem Patienten zumindest andere Ärzte in der Nähe, an die er sich wenden kann und die vielleicht früher für ihn Zeit haben. Auch die Teilnahme an speziellen Maßnahmen der Kassen wie Hausarztmodelle oder Angebote zur Integrierten Versorgung von chronisch Kranken kann hilfreich sein. Für die Teilnehmer ist häufig zusätzlich eine zeitnahe Terminvergabe beim jeweiligen Arzt enthalten. Es lohnt sich, bei der eigenen Kasse nach solchen Angeboten zu erkundigen. In einem akuten Fall ist der Arzt zu einer schnellen Versorgung verpflichtet. Reagiert ein Mediziner bei dringendem Behandlungsbedarf nicht, kann sich der Betroffene mit seiner Beschwerde an die Kassenärztliche Vereinigung wenden. Laut der Kassenärztlichen Vereinigungen Niedersachsen und Nordrhein wird der Vorfall dann in einer Untersuchung geprüft. Generell gilt aber, dass der Arzt für seine Praxisorganisation selbst verantwortlich ist.