Das krampflösende Mittel Baclofen hat sich in einer neuen Studie als wirksames Mittel zur Förderung der Abstinenz bei Patienten mit alkoholischer Leberzirrhose erwiesen (The Lancet 2007, 370: 1915-192). Dabei scheint das Medikament das suchthafte Verlangen nach Alkohol zu verringern.
In der Untersuchung wurden 30 von 42 Patienten abstinent und blieben es über die gesamte 12-wöchige Therapiephase. Mit einem Scheinmedikament gelang dies nur 12 von 42 Patienten. Auch die Zahl der Tage, an denen die Patienten nicht tranken, war mit Baclofen doppelt so hoch wie mit Plazebo. Die Rückfallrate betrug mit Baclofen nur die Hälfte.
Baclofen wurde in den 20er-Jahren ursprünglich als Mittel zur Behandlung von Epilepsien entwickelt. Es wird heute vor allem als Krampflöser bei Patienten mit multipler Sklerose eingesetzt. Im Gegensatz zu anderen Abstinenzmitteln wird Baclofen kaum über die Leber abgebaut, so dass es sich für die Behandlung von Patienten mit alkoholischer Leberzirrhose eignet. Das Medikament hatte in der Studie keine schädigende Wirkung auf die Leber.
Völlige Abstinenz ist die wirksamste Behandlungsstrategie gegen alkoholbedingte Leberzirrhose. Schon kleine Mengen Alkohol verschlimmern die Folgen der Erkrankung. Baclofen könnte also in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Patienten mit Leberzirrhose spielen, indem es die Betroffenen dabei unterstützt, vom Alkohol los zu kommen.
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