27 Aug
Posted by: admin in: Gesundheit Nachrichten
Im Alter besteht für viele Menschen eine erhöhte Gefahr, eine Abhängigkeit von Alkohol oder von Medikamenten zu entwickeln. So kann beispielsweise die Verwirrtheit eines alten Menschen als normales Altersgebrechen missverstanden werden, obwohl eigentlich eine Tablettenabhängigkeit dahinter steckt. Es ist deshalb wichtig, dass Angehörige von alten Menschen, die allein leben oder auch in Pflegeheimen untergebracht sind, darauf achten, in welchem Umfang diese etwa Schlaf- und Beruhigungsmittel einnehmen, rät Priv.-Doz. Dr. Martin Haupt, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP). Bei alten Menschen sind die Abbauprozesse im Körper verlangsamt, so dass es durch eine Überdosierung und wachsende Wirkungslosigkeit von Medikamenten zu einer ständigen Dosiserhöhung kommen kann. Zunehmende Vereinsamung im Alter und unstrukturierte Zeit begünstigen die Entwicklung einer Abhängigkeit. So kann sich aus der Gewohnheit, regelmäßig ein Glas Schnaps zu trinken, eine Alkoholsucht entwickeln, ohne dass die Umwelt Notiz davon nimmt, warnt der Düsseldorfer Psychiater.
Es besteht die Gefahr, dass die Zahl von Suchterkrankungen im Alter weiter zunimmt. Dies ist nicht nur auf die demographische Entwicklung zurückzuführen, sondern darauf, dass die in jungen Jahren erworbenen Konsumgewohnheiten beibehalten werden. Veränderte Lebensstile führen dazu, dass ältere Menschen schon heute mehr Alkohol konsumieren als früher. Aber bei künftigen Seniorengenerationen wird dieses Phänomen in noch stärkerem Ausmaß zu beobachten sein, erklärt Dr. Haupt. Suchterkrankungen, die erst im Alter entstehen, sind jedoch sehr gut behandelbar. Betroffene sollten daher nicht zögern und auch ermutigt werden, eine Beratungsstelle oder einen Psychiater aufzusuchen.
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