Bei gravierenden Herzmuskelerkrankungen kann das Leben von Kindern häufig nur durch eine Transplantation gerettet werden. Ein Kunstherz überbrückt die Wartezeit, bis ein passendes Spenderorgan gefunden wird. Manche Sprösslinge erholen sich durch den vorübergehenden Einsatz des Gerätes aber schon so gut, dass eine Transplantation überflüssig wird.

In einer Studie mit 19 Kindern im Alter zwischen zwei Monaten und 17 Jahren haben Wissenschaftler des Deutschen Herzzentrums in Berlin die Methode überprüft. Die Teilnehmer erhielten ein Kunstherz, das etwa so groß ist wie ein Tennisball und normalerweise außerhalb des Körpers vor der Bauchregion getragen wird. Mit Hilfe von Schläuchen wird der Blutfluss umgeleitet und durch das künstliche Gerät statt durch das reale Herz im Körper geführt. Das natürliche Organ hat so die Gelegenheit, sich zu erholen.

Zu Beginn der Studie wiesen alle Kinder erhöhte Werte eines bestimmten Hormons im Blut auf, das auf ein schwaches Herz hindeutet. Einmal an das Kunstherz angeschlossen, normalisierte sich die Konzentration des Stoffes bei zwei Kindern plötzlich ungewöhnlich schnell. Die Ärzte meldeten die Studienteilnehmer daraufhin nicht zur Transplantation an und warteten ab. Die Kinder erholten sich so gut, dass sie mit einem geheilten Herzen entlassen werden konnten und eine Operation vermieden wurde. Inzwischen wird deshalb bei betroffenen Kindern das spezielle Hormon rechtzeitig kontrolliert, um unnötige Transplantationen zu vermeiden.