Dauerhafter Streit zwischen den Eltern mindert die Schulleistung von Kindern. Machen sich die Heranwachsenden häufig Sorgen über das Verhältnis der Erwachsenen, erhöht sich ihr Risiko für Probleme mit dem Unterricht und mit Mitschülern.

“Konflikte der Eltern erschweren es insbesonders Kindern in der Grundschule, mit der neuen Situation zurechtzukommen und dem Unterricht zu folgen”, erläutert Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). Den Zusammenhang zwischen dem Streit der Eltern und den Schulproblemen haben US-amerikanische Forscher in einer Studie mit 213 Kindern im Alter von sechs Jahren untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass sich die negativen Gedanken und Sorgen der Sprösslinge nach einiger Zeit auf die Aufmerksamkeit im Unterricht ausgewirkt haben. Außerdem hatten die betroffenen Kinder häufiger Probleme mit den gleichaltrigen Mitschülern, nahmen seltener an Klassenaktivitäten teil und folgten seltener den Anweisungen der Lehrer. Die Experten raten Lehrern und Schulpsychologen deshalb, den Kindern aus konfliktbeladenen Familienverhältnissen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Auch den Eltern sollte bewusst sein, dass ihre Streitigkeiten direkte Auswirkungen auf ihren Nachwuchs haben und gegebenenfalls auf fachliche Hilfe durch einen Therapeuten zurückgreifen.